Hajo und das Hundetraining
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Zum Gewaltfreien Hundetraining kam ich durch meine Schwester, die Hundetrainerin ist. Sie hat mich bei der Erziehung unseres Hundes Hajo sehr unterstützt. Hajo kam mit zwei Jahren aus dem Tierheim zu uns.
Als wir ihn zu uns nahmen, hatten wir noch viele romantische Vorstellungen davon Hundebesitzer zu sein. Der Hund als ständiger, ergebener Begleiter - so hatten wir uns das vorgestellt.
Dass Hajo häufig seine ganz eigenen Ideen von einem Spaziergang hatte, und dass das nicht immer mit unserer Vorstellung davon übereinstimmte, frustrierte uns häufig.

Ich nahm an Webinaren teil, die den biologischen Hintergrund von Verhalten und Lernen erläuterten. Wesentlich dabei ist: Alle Säugetiere haben Emotionen und Verhalten beruht auf Emotionen.
Wenn man dies im Hinterkopf hat, ergibt sich ganz logisch ein Verzicht auf Gewalt im Hundetraining, denn diese löst negative Emotionen aus. Damit meine ich physische Gewalt, wie z.B. das Werfen der Leine, das Schlagen mit der Leine, Kneifen, Leinenruck, das Verwenden von Würgehalsbändern oder elektrischen Impulsen, das Niederwerfen des Hundes, Zuhalten der Schnauze usw. Ebenso gemeint ist aber auch psychische Gewalt, wie z.B. Ignorieren und Aussperren als Bestrafung, Druck ("da muss er jetzt durch") oder auch bewusstes Erschrecken. Auch fehlende Entscheidungsfreiheit und ständige Reizüberflutung gelten heute als Gewalt und führen beim Hund zu negativen Emotionen.
Beim gewaltfreien, positiven Hundetraining geht es darum positive Emotionen zu fördern, so dass der Hund ein größtmögliches Wohlbefinden entwickeln kann. Nur ein Hund, der sich insgesamt wohl und sicher fühlt und insgesamt nicht zu frustriert ist, weil seine Bedürfnisse nicht befriedigt werden, kann seine Impulse kontrollieren, kooperieren und lernen.

Das Leben mit Hunden ist ein Geben und Nehmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Hund ein Tier mit Bedürfnissen und einem Gefühlsleben ist, genau wie der Mensch. Da, wo es möglich ist, sollte ein Hund Einfluss auf sein Leben nehmen und seine spezifischen Bedürfnisse befriedigen können.
Schließlich ist es der Mensch, der sich Hunde hält und sie zwingt, sich anzupassen. Das nennen wir Hundetraining. Alle Probleme, die daraus entstehen, hat auch der Mensch zu verantworten. Es ist daher unsere moralische Verpflichtung, dass Training von Hunden ethischen Grundsätzen, wie z.B. Gewaltfreiheit, folgt.
